Arbeitgebermarke im digitalen Zeitalter – Digitalisierung ist heute Voraussetzung für eine positives Employer Branding

Arbeitgebermarke im digitalen Zeitalter – Digitalisierung ist heute Voraussetzung für eine positives Employer Branding

Was ist eigentlich Employer Branding bzw. Arbeitgebermarke? In den 1990er Jahren taucht der Begriff zum ersten Mal auf und gewinnt seitdem stark an Aufmerksamkeit. Gemeint ist eine Strategie zur Gewinnung, vor allem auch zur Bindung von Mitarbeitern.

Beim diesjährigen Industriekongress der IHK  war das Thema Employer Branding das Thema. Bei der Podiumsdiskussion „Hilfe uns geht der Nachwuchs aus! Was nun?“ mit
 NRW Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Lars Baumgürtel, Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG, Prof. Dr. Christoph Brast, Westfälische Hochschule Bocholt, Holger Klinge, KTR Systems GmbH und mir, Daniel Terwersche, ballo.digital, wurde schnell klar, dass das Thema gerade bei der jungen Generation immer wichtiger wird. Die Mitarbeiter/innen werden in der Zukunft immer mehr umworben werden und der Sinn des eigenen Tuns und Handelns für die Mitarbeiter wird immer wichtiger, genauso wie die Vereinbarkeit mit der jeweiligen Lebenssituation.

Industriekongress 2018 - Foto: IHK Nord Westfalen / Sven Betz

Foto: IHK Nord Westfalen / Sven Betz 

Bereits 20 000 offene Stellen können im Nord Westfälischen Bezirk zur Zeit nicht besetzt werden laut IHK. In den nächsten Jahren wird diese Zahl auf über 60 000 steigen. Dass es immer schwieriger wird Mitarbeiter zu gewinnen und diese zu halten merken bereits viele Unternehmen. Doch das ist erst der Anfang. Um so wichtiger ist es sein Unternehmen sowohl von innen heraus als auch in der Außenwahrnehmung innovativ darzustellen.

Die Zeiten in denen die Arbeitgeber aus 20 geeigneten Bewerbern aussuchen können gehören meist der Vergangenheit an. Heute entscheidet der mögliche Mitarbeiter wo er anfangen möchte und die eigenen Mitarbeiter bekommen genug Reize auch in einem anderen Unternehmen glücklich(er) zu werden.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge, flexible Arbeitszeiten, Leasing Fahrrad, Unternehmenskindergarten, Obst und frische Getränke am Arbeitsplatz, das sind nur einige Maßnahmen die heute schon in vielen Unternehmen zum Alltag gehören.

Doch neben diesen Angeboten ist für Mitarbeiter/in wichtig wie das Unternehmen kulturell aufgestellt ist. Die Miterbeiter/innen möchten mit gestalten, keine unnötigen, stupiden Arbeiten verrichten. Die Aufgaben sollen Sinn, die Arbeitszeiten felxibel und, falls möglich, soll man von überall arbeiten können.

Homeoffice gehört technisch gesehen mittlerweile zum Standard. Mit mobilen Geräten immer und überall auf die Informationen zugreifen auch. In der Gesellschaft wird mit den neuen technischen Möglichkeiten häufig verbunden, dass man dank Smartphone und VPN den Mitarbeitern immer mehr Arbeit, auch neben den normalen Arbeitszeiten, auferlegen kann.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Man kann das Pferd auch anders herum aufzäumen. Durch diese technischen Möglichkeiten können Mitarbeiter/innen bei gutem Wetter auch vom Balkon oder aus dem Garten arbeiten. Das Personal kann während der regulären Arbeitszeit die eigenen Kinder zum Fußballtraining bringen und ist im Zweifel dennoch durchgehend erreichbar.

Es liegt nicht an den Technologien ob die neue digitale Welt nur Stress verursacht, sondern wie diese Möglichkeiten im Unternehmenskontext eingesetzt werden.

Doch es gibt neben der Verfügbarkeit der Unternehmensinformationen noch andere Informationsquellen: Die privaten Informationen.

Die Mitarbeiter/innen haben nämlich ihre privaten Informationen stetig mit dabei. So wird während der Arbeitszeit schnell mal eine WhatsApp geschickt, oder ein Facebookeintrag geliked. Das gehört heutzutage selbstverständlich zur Arbeitswelt.

Genauso wie Arbeitszeit in den Freizeitbereich eindringt, so dringt auch das Persönliche an den Arbeitsplatz.

Die Generationen vor der Generation Y war es noch gewohnt bis zu 40 Stunden pro Woche dem Arbeitgeber komplett dem Arbeitgeber zu widmen. Heute sind die jüngeren Leute gerne bereit auch über diese 40 Stunden dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stehen wenn es für die Mitarbeiter/innen Sinn ergibt. Doch dann erwarten die Mitarbeiter/innen auch eine Art Vertrauensvorschuss im Umgang mit den privaten Belangen.

Das Thema Employer Branding ist nur teilweise Chefsache. Wichtig ist es, dass die Mitarbeiter/innen entscheiden und mitbestimmen wie deren Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld aussehen soll. Nur wenn die Mitarbeiter/innen das Unternehmen gestalten wird die Identifikation mit dem Unternehmen noch so hoch sein, dass man lange dort Sinn stiften möchte und vor allem positiv über den Arbeitgeber berichtet. Sowohl digital als auch analog.

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