Macher

Macher

Neben den verschiedenen beruflichen Stationen habe ich einige weitere - nennen wir es mal – Projekte durchgeführt. Mit 18 Jahren gründeten ich mit ein paar Freunden aufgrund einer „Schnapsidee“ (alternativ: aus einer Bierlaune heraus) einen Verein, die spassgemeinschaft e.V. Über eine kleine Internetseite – was 1998 noch ziemlich unbekannt war - konnten sich junge Leute als Vereinsmitglieder eintragen. Durch die außergewöhnlichen Mitgliederversammlungen konnten wir Feste durchführen ohne diese vom Ordnungsamt genehmigen zu lassen. Immerhin war es eine interne Veranstaltung mit einem festen Personenkreis. Das Ordnungsamt hatte vorerst keine Handhabe. Das Prinzip funktionierte „leider“ zu gut. Nach ein paar Jahren beendeten wir das erfolgreiche „Vereinsleben“. Es war eine tolle Erfahrung, die uns in jungen Jahren bereits zeigte, dass man Dinge neu denken und anders machen kann. Wir entwickelten uns weiter und hatten das Interesse an dieser Art von Organisation und vor allem Verantwortung verloren.

Später organisierte ich noch ein paar gastronomische Events. Eine feste Station war dann das Pachten einer urigen Kneipe mit meinem besten Freund. Gastronomie machte und macht mir großen Spaß. Es lief gut. Jedoch war der operative Aufwand nebenbei noch eine Kneipe zu führen zu hoch, so dass wir aus zeitlichen Gründen nach ca. 1,5 Jahren eine wirtschaftlich gut laufende Kneipe an unseren Nachfolger übergaben.

Als Impulsgeber und Mitinitiator war ich maßgeblich an der Gründung des FDP Ortsverband Vreden 2009 beteiligt. Nach der Gründung war ich ein paar Jahre im Vorstand tätig und unterstützte auch überregional weitere Gründungsvorhaben von FDP Ortsverbänden. Mit den Jahren wuchs in mir die Erkenntnis, dass ich kein Typ für die klassische Parteipolitik bin. Lösungsorientiertes Denken und Handeln stand einfach zu oft im Wiederspruch zu parteipolitischen Interessen. Daher setze ich mich seit dieser Zeit überparteilich für eine Sache ein.

Im Rahmen meiner Kneipen-Tätigkeit war ich im Vredener Verkehrsverein aktiv und wurde ich als Wirtschaftsvertreter inden Vorstand der Vreden Stadtmarketing GmbH gewählt. Hier war ich für ein paar Jahre neben dem Bürgermeister, den Fraktionsvorsitzenden der CDU und SPD sowie zwei weiteren Wirtschaftsvertretern eines von sechs Vorstandsmitgliedern. Hier konnte ich einige Dinge anstoßen und verändern. So wurde zum Beispiel der damalige Vredener Verkehrsverein umstrukturiert, in Fachgebiete aufgeteilt und in Vredener Wirtschaftsvereinigung umbenannt. Aus beruflichen Gründen habe ich das Amt später weiter gegeben.

genossenschaft daniel

Organisatoren der Bürgergenossenschaft Use Dorp, use Heimat eG. Bildquelle: bild.de

Vor drei Jahren initiierte und gründete ich eine Bürgergenossenschaft. Hier stellte ich ein Kompetenzteam auf, auf das ich immer noch mächtig stolz bin. Es besteht aus verschiedenen Fachleuten in Persona: Steuerberaterin, IT-Spezialist, Werbefachmann, Handwerker, DJ und Bauingenieur. Gründungszweck der Genossenschaft war der Erhalt einer Dorfkneipe. Die Gründung gelang, wir konnten mehr als 150 „Genossen“ innerhalb von drei Wochen gewinnen, und nach drei Monaten Vorlauf konnte der Betrieb aufgenommen werden. Ein Jahr später war das Gasthaus Geschichte: Ein Brandstifter sorgte dafür, dass das Gasthaus vollständig niederbrannte. Wir organisierten eine Containerkneipe die für ein Jahr als Übergangskneipe genutzt werden konnte und bauten mit dem Immobilienbesitzer ein neues Wirtshaus auf. Dieses steht nun im Dorfkern. Neben der Gastronomie setzt die Genossenschaft, mit nun mehr als 230 Mitgliedern, gesellschaftliche Akzente und ist im Dorfleben nicht mehr weg zu denken. Neben kommunalen Anträgen zur Dorfgestaltung wurden Förderanträge gestellt, für die nun die Zuwendungsbescheide vorliegen. Eine Förderung über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Förderzweck ein modernes Wirtshaus zu gestalten, welches auch im Jahr 2030 wirtschaftlich ist. Eine weitere Förderung erfolgt im Rahmen eines Forschungsprojektes der Fachhochschule Münster mit dem Schwerpunkt Dorfleben 4.0. Beide Förderungen haben einen hohen Anteil an Digitalisierung. Ziel ist es unser Dorf als digitales Zukunftsdorf zu transformieren. Das ist ein sehr interessantes, vielschichtiges und zugleich sensibles Vorhaben. Die Digitalisierung darf hier keine Mitbürger verschrecken und muss eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Das geht nur über die Faktoren Zeit und positive Erlebnisse.

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